Klassenerhalt fest imt Blick
Aufsteiger Bremervörder SC kann mit der ersten Saisonhälfte zufrieden sein
Kam von der SV Ahlerstedt/Ottendorf zurück zum BSC: Stürmer Kevin Tews.

Tabellarisches Niemandsland - das klingt irgendwie langweilig, doch da steht der Bremervörder SC mit 22 Punkten aus 16 Spielen. Und die Verantwortlichen bei den Ostestädtern finden das völlig okay. Denn Langeweile ist ihnen wesentlich lieber als nervenaufreibender Abstiegskampf. ,,Der Klassenerhalt bleibt unser Ziel", sagt Trainer Michael Witt, der erst über andere Dinge reden will, wenn seine Elf die 40-Punkte-Nichtabstiegs-Schallmauer erreicht hat.

Neue Spielklasse, neue Gegner und einige neue Kicker im Kader. Vor der Saison gab es jede Menge Ungewissheiten beim Last-Minute-Aufsteiger, der erst in der ,,Verlängerung" der Saison 2014/15 den Sprung in die Bezirksliga perfekt gemacht hatte. Unter diesem Aspekt gelang den Grün-Roten ein Start nach Maß. Einem beeindruckenden 3:0 zum Saisonauftakt beim 1.FC Rot-Weiß Achim folgte zwar eine 0:5-Heimpleite gegen Witts persönlichen Titelfavoriten Pennigbüttel. Danach aber erkämpften die Bremervörder ein 0:0 in Bassen sowie zwei Siege gegen Ottersberg (4:1) und beim Rotenburger SV II (4:0).

 

So fand sich die Witt-Elf nach fünf Spieltagen mit zehn Zählern gleich im oberen Tabellendrittel wieder. ,,Das hat es uns natürlich erleichtert, uns in der Spielklasse zurechtzufinden", sagt Trainer Michael Witt, zumal er in der Auftaktphase der Saison immer wieder auf Stammkräfte verzichten musste. Doch dieses Problem hatten alle Teams, da wegen der späten Schulferien stets einige Spieler im Sommerurlaub weilten.

 

In der Folge wechselten sich beim BSC bessere mit weniger überzeugenden Leistungen ab. Doch in eine längere Krise rutschten die Grün-Roten nie hinein. An den Spieltagen sechs bis zehn stand mit einem 4:1 gegen Bothel zwar nur ein Sieg zubuche. Andererseits reichten zwei Remis, ein 0:0 gegen Visselhövede und ein 1:1 gegen Hambergen, um trotz der Niederlagen in Riede (0:3) und in Stemmen (0:1) nicht nach unten durchgereicht zu werden.

 

In dieser Phase machte es sich bemerkbar, dass sich mit Lukas Weihe ein wertvoller Spieler für ein Auslandssemester nach England verabschiedet hatte. ,,Alles, was er macht, hat Hand und Fuß", sagt Witt, der einerseits findet, dass das Team den Verlust gut kompensiert habe, sich anderseits auf den März freut, wenn Weihe zurückkehrt. Mit ein wenig Glück kann dann auch André Hilck wieder ins Geschehen eingreifen, der nach seinem im Spätsommer erlittenen Kreuzbandriss schon wieder langsam und für sich mit dem Training anfängt.

 

Ohne den Offensivmann traf es sich gut, dass Rückkehrer Kevin Tews, im Sommer vom Landesligisten SV Ahlerstedt/Ottendorf zum heimischen BSC gewechselt, nach kurzer Anlaufphase immer besser ins Spiel fand. Fünf Tore erzielte Tews bis zur Winterpause und weist damit die gleiche Trefferquote auf wie Pascal Steingröver. Gleich danach folgt Mittelfeldspieler Fin Karallus (vier Tore), der sich nach seiner Rückkehr vom TSV Bevern als kreativer Zugewinn erwies und stets mit brandgefährlichen Standards glänzt. Jeweils drei Treffer erzielten Justin Brünjes und Weihe.

 

Beim Blick auf die zahlreichen talentierten Spieler muss den Anhängern der Grün-Roten ohnehin nicht bange sein vor der Zukunft. Marvin Brünjes (21), Lasse Hohmeyer (19), Justin Brünjes (18), Fabian Lott (20) oder Alexander Müller (21) sind nur einige Beispiele. ,,Wir wollen unseren Weg mit jungen, gut ausgebildeten Spielern mit Bezug zu Bremervörde weitergehen", pflichtet Trainer Witt dem gemeinsam mit Co-Trainer Tobias Quell und Teammanager Jürgen Behrendt erarbeiteten Konzept bei.

 

Dass es dabei auch mal Rückschläge wie das klare 0:3 in Worpswede geben kann, ist dem Coach klar. Bis zur Winterpause folgten danach noch eine völlig unnötige 2:3-Heimniederlage gegen Langwedel/Völkersen, ein 1:1 gegen Wallhöfen sowie zwei wichtige Erfolge beim VSK Osterholz-Scharmbeck (1:0) und zuhause gegen Achim (3:1). Nach der 1:4-Niederlage gegen die TuSG Ritterhude kurz vor Weihnachten freute man sich bei den Bremervördern erstmal nur noch auf die Winterpause.

 

In den letzten beiden Partien konnten die Ostestädter einen Neuzugang präsentieren, der sich gut einfügte: Mit Tobias Benner, einem Freund von BSCer Pascal Steingröver, kam ein Mittelfeldspieler zu den Grün-Roten, der zuletzt beim SV Todesfelde II in der Verbandsliga Süd-West in Schleswig-Holstein gekickt hatte. ,,Er erweitert unsere Möglichkeiten", freut sich Witt, dessen Team am 19. Januar mit der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte beginnt, ehe am 21. Februar mit dem Heimspiel gegen den TSV Bassen der Ernst des Lebens wieder losgeht.

 

,,Die Auftaktspiele gegen Bassen und bei Ottersberg II sind eminent wichtig", sagt Witt, der mit dem Saisonverlauf bislang zufrieden ist, angesichts der mehr absolvierten Partien des BSC aber vor zu viel Lässigkeit warnt. ,,Sieben Punkte auf den Relegationsplatz - klingt viel. Wenn Langwedel aber seine zwei Nachholspiele gewinnt, ist es plötzlich ganz eng." Darüber müssten sich auch seine Spieler im Klaren sein.

 

Erst, wenn 39 oder 40 Zähler zubuche stehen, will der Coach das Thema Abstiegsgefahr abhaken. ,,Das ist unser Ziel für diese Saison, nicht mehr und nicht weniger." Wobei das gern schon ein paar Spieltage vor Saisonende sein dürfe. Damit sich dieser Wunsch erfüllt, sollen seine Spieler in der Offensive effektiver werden und in Heimspielen nicht ganz so anfällig. ,,Ein Torverhältnis von 15:16 in den Heimspielen ist sicher verbesserungswürdig", sagt Witt, dessen Team nur drei von neun Heimspielen gewann. (bz/alg)