Bremervörder SC - MTV Riede 2:2

Zwei Punkte futsch und Rot für Pipiska
Bremervörder SC muss gegen Riede kurz vor Schluss den Ausgleich schlucken - Torhüter fliegt nach dem Spiel vom Platz

 

Bremervörde. Die Fußballer des Bremervörder SC sind gleich doppelt bestraft worden. Der Bezirksligist kassierte im Schützenhof gegen den MTV Riede in der Nachspielzeit den Treffer zum 2:2-Endstand und Keeper Tomas Pipiska nach dem Schlusspfiff die Rote Karte, weil er den Schiedsrichter angegangen war.

Es bleibt dabei. Bremervördes Fußballer tun sich auf eigenem Platz schwer. Nur drei der bisher elf Heimpartien konnte der Tabellenfünfte gewinnen. Und gestern gab's in einer wenig ansehnlichen und teilweise sehr emotional geführten Partie eine Parallele zum Spiel vor 14 Tagen, als das Team gegen Rotenburg II in der Nachspielzeit den Treffer zum 1:1 kassiert. Diesmal war's wiederum die 93. Minute, als der Ball zum 2:2-Ausgleich im Kasten von Tomas Pipiska landete. Und der hatte dann Sekunden später nach dem Abpfiff seine Nerven nicht im Griff, lief wutentbrannt auf Schiedsrichter Sören Kubica zu und soll diesen angefasst haben. Der Unparteiische, der sich in den 90 Minuten zuvor mehrfach den Zorn beider Mannschaften zugezogen hatte, zückte die Rote Karte. So dürfte Pipiska seiner Mannschaft wohl für ein paar Spiele fehlen. Trainer Michael Witt wollte die Aktion seines Schlussmanns nicht entschuldigen: ,,Sowas darf ihm nicht passieren. Da muss er sich im Griff haben".

 

Dabei hatte Pipiska zuvor großen Anteil daran, dass seine Mannschaft bis zur besagten Nachspielzeit auf Erfolgskurs geblieben war, denn der slowakische Keeper musste in der zweiten Halbzeit mehrfach in höchster Not für seine Vorderleute retten. Der BSC hatte die Partie nach einer 2:0-Führung aus der Hand gegeben. ,,Der Elfer, der keiner war, hat uns dem Konzept gebracht", sagte Coach Witt zum 2:1-Anschlusstreffer (Alexander Lohs) in der 40. Minute. Torben Bredehöft soll seinen Gegenspieler bei einer Standardsituation im Strafraum zu Fall gebracht haben.

 

Nach diesem Treffer wurde die Partie zunehmend hektischer mit vielen Nicklichkeiten auf beiden Seiten, Fouls, gelben Karten und reichlich Störfeuer von der Rieder Trainerbank. Die Gäste waren dann nach der Pause klar am Drücker, beim BSC funktionierte lange Zeit der Spielaufbau so gut wie nicht mehr. Bei Ballgewinnen war das Spielgerät ganz schnell wieder beim Gegner. Und zwischen der 75. und 85. Minute vergaben die Bremervörder dann obendrein eigentlich gut vorgetragene Konter gleich dreimal überhastet, verpassten damit die Entscheidung und wurden am Ende mit dem für den MTV Riede verdienten Ausgleich durch das Eigentor von Martin Behrendt bestraft.

 

Dabei hatten es die Gastgeber vor der Pause bei den Treffern zum 1:0 und 2:0 noch klasse gemacht. Zunächst war Alexander Müller (18. Minute) mit einem satten 20-Meterschuss von der linken Seite erfolgreich, in der 29. Minute überlistete Fin Karallus nach Pass von Pascal Steingröver den Gäste-Keeper mit einem sehenswerten Heber. (bz/mib)

 

Nach dem Schlusspfiff: Schiedsrichter Sören Kubica zeigte BSC-Keeper Tomas Pipiska die Rote Karte.Foto: Brinkmann

Vorbericht:

„Heimknoten“ soll gegen Riede platzen

BSC will nach zwei Auswärtssiegen Heimsieg

 

Von Stefan Algermissen
BREMERVÖRDE. Gegen Rotenburg II fehlten dem Bremervörder
SC 60 Sekunden zum Heimsieg. Dann fiel per Strafstoß das 1:1. Dafür soll es für den BSC am Sonntag gegen den MTV Riede klappen mit dem ersten Bezirksliga-Heimsieg 2016. Druck hat der Tabellenfünfte dank der letzten Auswärtssiege in Ottersberg und Visselhövede zwar nicht, „doch ein Sieg vor eigenem Publikum ist halt etwas Anderes“, weiß Trainer Michael Witt.

„Wenn wir 40 Zähler auf dem Konto haben, können wir uns mit etwas anderem befassen als mit dem Klassenerhalt.“ Diesen Satz betet BSC-Coach Michael Witt seit Saisonbeginn herunter. Und daran ändert sich auch durch den derzeit fünften Rang seiner Elf nichts. Zu eng, sagt er, sei die Leistungsdichte der Liga und damit selbst die derzeit acht Zähler auf Relegationsplatz 13 fix verspielt.

Als Indiz für den Wahrheitsgehalt der Ausgeglichenheits-These darf das Hinspiel gewertet werden. Im September unterlag der BSC in Riede mit 0:3. Allerdings waren das personell gesehen andere Zeiten. Damals reisten die Ostestädter mit einem „Notkader“ an, kassierten in der 70. Minute das 0:1 und mussten die letzten 20 Minuten in Unterzahl zu Ende spielen, weil das Auswechselkontingent erschöpft war.

Hohmeyer fällt erstmal aus
„Für Sonntag lautet das Ziel ohne wenn und Aber drei Punkte“, sagt Witt vor dem Rückspiel. Er erwartet nichts desto trotz einen „harten Fight“, doch ist er überzeugt, „dass uns das gelingen kann“. Fehlen wird dem BSC Lasse Hohmeyer, der sich einen Bänderriss zuzog und erstmal ausfällt. „Das ist extrem schade“, weiß Witt. „Lasse ist unsere Arbeitsbiene. Er ist extrem laufstark und auf fast allen Positionen einsetzbar.“

Dessen ungeachtet ist der Kader stark besetzt. Bis auf Kevin Tews und André Hilck, die nach Verletzungen noch nicht bei 100 Prozent sind und wohl nicht für die Startelf in Frage kommen, sind alle Mann an Deck. Und der MTV Riede? Das Team hat bislang in der Rückrunde alle drei Partien verloren: 3:5 in Bothel, 1:4 bei Langwedel/Völkersen und zuletzt zuhause mit 2:3 gegen Worpswede. Keine schlechten Aussichten also für den BSC, der dann 32 Zähler hätte. „Ja, dann noch ein Heimsieg gegen Bassen am Ostersonnabend, und wir stünden bei 35. Dann rückt das Ziel näher“, schmunzelt Witt. (bz

Foto: „Arbeitsbiene“ Lasse Hohmeyer fehlt dem BSC am Sonntag in Riede. Der 19-Jährige hat sich einen Bänderris zugezogen und fällt auch für die kommenden Partien aus. 
Foto: Stefan Algermissen