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Durchmarsch in die Spitzengruppe


Bremervörde. Vor der Saison durfte man beim Bremervörder SC zuversichtlich sein, dass das junge Team nach dem Titel in der Fußball-Kreisliga und dem Aufstieg in die Bezirksliga das Potenzial hat, in der neuen Klasse nicht gegen den Abstieg zu spielen. Dass die Elf aber zur Winterpause auf dem zweiten Platz liegt, dürfte viele überrascht haben. Über die Gründe sprach die BZ mit Trainer Olaf Behrendt und Teammanager Jürgen Behrendt. Von Stefan Algermissen

Bis zur Winterpause durften die Fußballer des Bremervörder SC schon zwölfmal über einen Sieg jubeln . Zu den Höhepunkten der Hinrunde zählte sicherlich das 1:0 gegen Lokalrivale TSV Bevern. Den entscheidenden Treffer von Sven Lennartz bejubeln die Grün-Roten in dieser Szene. Fotos: Algermissen

Technisch, das hatte die Spielzeit 2010/11 in der Kreisliga gezeigt, würde sich der BSC der „Aufgabe Bezirksliga“ ohne Angst stellen können. Das Team, in dem jede Menge junge, in der Jugend des TuS Heeslingen ganz offensichtlich gut ausgebildete Kicker aus der Region spielen, glänzte in der Aufstiegs-Saison mit feinster Ballbehandlung, die Experten als „zu gut für die Kreisliga“ einstuften.

 

Die Frage, die sich den Skeptikern eher stellte, war die, wie die BSC-Elf die schnellere, körperlich konsequentere Gangart der auf Bezirksebene technisch vermutlich gleichwertigen Kontrahenten verkraften würde. Die Antwort muss nach der Hälfte der Spielzeit positiv ausfallen: Die Grün-Roten können in der Bezirksliga nicht nur fußballerisch, sondern auch körperlich mithalten. Zwölf Siege in 18 Spielen bei jeweils drei Remis und Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache.

 

Zudem hat sich die Defensive, beziehungsweise das ganze Team in der Rückwärtsbewegung, nach zeitweiligen Harakiri-Auftritten wie in Ostereistedt (4:4) und Pennigbüttel (0:4) – das 1:6 bei Meisterschafts-Top-Favorit FC Verden 04 sei da mal ausgenommen – merklich stabilisiert. Das hat insbesondere die Serie von zuletzt acht Siegen in Folge untermauert, in der die Ostestädter nur noch insgesamt sieben Gegentreffer kassierten.

 

Ob das bereits Auswirkungen der neuen Arbeit von Trainer Olaf Behrendt sind, kann vermutlich noch nicht gesagt werden. Schließlich beerbte der gebürtige Oereler den erst kurz vor Beginn der Spielzeit zum Cheftrainer aufgestiegenen und nach Querelen wieder ausgeschiedenen Olaf Eggert erst Anfang November auf dem Trainerstuhl.

 

Der neue Coach ist natürlich zufrieden mit den Leistungen, die sein neues Team bisher gezeigt hat: „Die Mannschaft ist jung und hat Potenzial“, sagt Olaf Behrendt. „Für die Zukunft gilt es, dass sich die Elf stabilisiert und sich von kleinen Rückschlägen, die es sicher geben wird, nicht umwerfen lässt.“ Sein Bruder, Teammanager Jürgen Behrendt, sieht die Leistungen der Grün-Roten bisher auch als gelungen an. Wenngleich es immer Luft nach oben gebe: „Der Durchhänger waren die Spiele nach dem 1:6 in Verden.“

 

In der Tat: Nach der Packung beim Titelfavoriten ging erstmal gar nichts mehr. Fünf Spiele blieben die Ostestädter ohne Sieg. Höhepunkt dieser Minikrise, findet Jürgen Behrendt, sei der Auftritt beim 0:4 in Pennigbüttel gewesen. „Das war gar nichts!“ Dann aber habe das Team wieder zu sich gefunden. Dieses Niveau gelte es zu halten. „Wir müssen uns an die taktischen Vorgaben halten und nicht so leicht aus dem Konzept ausbrechen. Das hat am besten sicherlich beim 4:1 in Heesingen geklappt. Da konnte die Elf mit dem Druck umgehen. Das war neben dem Höhepunkt gegen Bevern vor 700 Zuschauern im Schützenhof sicherlich der beste Auftritt des Teams.“

 

An den Saisonzielen will Jürgen Behrendt indes nicht schrauben. „Natürlich wollen wir gern da oben bleiben. Aber es kann auch schnell wieder runter ins Mittelfeld gehen. Dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden, davor war ich persönlich schon vor der Saison überzeugt.

 

Einzelne Spieler wollen Trainer und Manager nicht hervorheben, betonen aber, dass sie sich freuen, wie sich junge Akteure wie André Hilck oder Pascal Steingröver Stammplätze erobert haben. „Wir haben zwar einen kleineren Kader als Bevern“, sagt Jürgen Behrendt, „aber bisher hat sich gezeigt, dass wir sehr ausgeglichen besetzt sind. So konnten wir Ausfälle immer ganz gut verkraften.“

 

Ein weiteres Indiz für diese Ausgeglichenheit: 47 Mal hat der BSC bisher ins Schwarze getroffen, und diese Treffer verteilen sich recht gleichmäßig aufs Team. Bester Torschütze bisher ist Youngster Pascal Steingröver mit zehn Buden. Doch der Stürmer hat dabei einige Elfmeter verwandelt. In der internen Torjägerliste folgen André Hilck (8), Konstantin Graf (7). Sven Lennartz (5) und Dennis Nitschke (3).

 

Für die Rückserie wünscht sich Jürgen Behrendt, dass die Spieler aus dem Blick auf die Tabelle und den zweiten Rang gesundes Selbstvertrauen ziehen. „Das zeigt, was möglich ist und dass, wenn mentale Einstellung und Engagement im Training stimmen, viel möglich ist.“

Die Konstante in der Defensive: Martin Behrendt organisiert die Abwehr des Bezirksligazweiten.